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Blackout - Was tun, wenn der Strom ausfällt

Foto: Pixabay und DRK

Ein Thema, das alle angeht

Foto: DRK

(03.04.2019/Roland Rath) Nach dem lesen des Artikel: Wie reagieren, bei einem längerem Stromausfall? (Bericht siehe nachstehend) - in meiner Tageszeitung am 30.03.2019 (Nürtinger Zeitung Seite 18) viel mir ein, das dies vor kurzem ja u.a. auf der Facebook Seite: Das Rote Kreuz Bereitschaften, Rettungsdienst, SEG, Notfallrettung/Medizin kurz und kontrovers andiskutiert wurde. Nach so mancher Stunde des Schmökerns stelle ich für mich nun fest, dass dieses Thema sicherlich nicht nur die Behörden, die Polizei, die HiOrgs, sondern alle, auch die Bevölkerung was angeht. Wer aber zuerst an die Bevorratung von Betriebsstoffe unter Beachtung der entsprechenden Vorschriften für Stromerzeuger (Notstromaggregate) denkt, der ist sicherlich zu kurz gesprungen.

Der erste Tag mag sicherlich noch beherrschbare sein.
Der zweite Tag wird sicherlich schon schwierig und
ab dem dritten Tag ???

ab hier Fleißarbeit für Leseratten oder Bücherwürmer!!

Im Bereich der üblichen Kommunikationswege fällt sicherlich als erstes der Digitalfunk und im Anschluss sicherlich der Analogfunk (sofern noch irgendwo vorhanden) und dann wäre sicherlich der Eine oder Andere froh, wenn es noch genügend „Fernmeldebauwagen und jede Menge Fernmeldkabel“ gäbe. Wann die Systeme der Leitstellen ausfallen ist sicherlich nur eine Frage der Zeit.

Bereits am 23.09.2008 gab das Deutsche Rotes Kreuz, Generalsekretariat folgende Presseinformation 74/08 heraus:

Großkatastrophe Stromausfall: Deutsche wiegen sich in Sicherheit

Die Mehrheit der Deutschen sieht sich in der Lage, sich auch bei einem Stromausfall von zwei Wochen noch selbst zu versorgen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Deutschen Roten Kreuzes. Eine trügerische Annahme, da im Fall einer solchen Großkatastrophe von der Trinkwasserversorgung, über Telefon und Internet bis hin Geldautomat und Tiefkühltruhe nichts mehr funktioniert, so das DRK. Das Szenario eines bundesweiten Stromausfalls ist ein Beispiel aus dem Grünbuch zur Öffentlichen Sicherheit. Es wurde gestern in Berlin von einem überfraktionellen Viererbündnis vorgestellt. Das Rote Kreuz gehört zum Autorenkreis.

In der Umfrage haben von 1.000 Befragten 76 Prozent erklärt, dass sie sich bei einem zweiwöchigen Stromausfall selbst versorgen könnten. Wobei diese Einschätzung in der Gruppe der 40 – bis 59-Jährigen besonders hoch war. "Diese Zuversicht und das Vertrauen sind lobenswert", so Clemens Graf von Waldburg-Zeil, Rotkreuz-Generalsekretär. "Aber wir gehen davon aus, dass das öffentliche Leben zusammen bricht und chaotische Zustände herrschen. Auch beim Roten Kreuz wird man dann nicht mehr anrufen können".

Die Szenarien – deutschlandweiter mehrwöchiger Stromausfall oder Ausbruch einer neuartigen Seuche – werden in dem Grünbuch als Beispiele für neue Herausforderungen des Katastrophenschutzes jenseits von Terror und Krieg genannt. Die Autoren wollen die Debatte um politische Lösungen und um eine bundesweite nationale Notfallplanung voranbringen. Das Deutsche Rote Kreuz war als kompetente Organisation in Sachen Katastrophen-Management gefragt.

"Den flächendeckenden, mehrwöchigen Stromausfall kann man mit bestehenden Notfallsystemen nicht bewältigen", sagt Graf Waldburg. "Genau wie bei allen anderen Akteuren von Behörden über THW bis Bundeswehr würde ein Stromausfall die Strukturen dieser Organisationen lahm legen", so der Generalsekretär. "Das müssen wir ändern."

Weitere Infos können auch aus dem
Grünbuch zoes-bund.de/…/u…/2015/10/Gruenbuch_Zukunftsforum.pdf oder auch unter
www.bbk.bund.de/DE/TopThema/TT_2018/TT_Blackout.html

 

entnommen werden.

Foto: Pixabay und DRK
Foto: Pixabay und DRK

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Hier nun noch der Artikel aus der Nürtinger- und Wendlinger Zeitung vom 30.03.2018

Wie reagieren, bei längerem Stromausfall?
S
tadt Wendlingen rüstet sich für den Ernstfall und entwickelt ein Notstromkonzept

30.03.2019, von Gaby Kiedaisch 

Was ist, wenn mal nichts mehr geht? Stromausfall über Tage und länger. Begrenzt auf die Kommune oder flächendeckend. Neue Technologien bedürfen neuer Bewertungen auch bei Notfallplänen. Damit der Blackout bewältigt werden kann, ist die Stadt Wendlingen gerade dabei, einen Notfallplan zu entwickeln.

WENDLINGEN. Was ist zu tun, wenn tatsächlich die Lichter einmal ausgehen sollten? Wie kann sich die Kommune dagegen wappnen? Wer den Thriller „Blackout“ gelesen hat, der hat ungefähr eine Vorstellung davon bekommen, was passieren kann, wenn der Fall, der hoffentlich nie eintreten wird, Realität werden könnte. Auch was die gesellschaftlichen Auswirkungen anbelangt.

Es kommt sporadisch vor, dass beispielsweise durch Erdbaggerarbeiten die Stromversorgung für wenige Minuten oder Stunden unterbrochen ist. In Wendlingen betrug die Ausfallzeit gerade mal durchschnittlich 5,4 Minuten (auf eine Zeitspanne von 2013 bis 2018 gesehen). Zum Vergleich: Durchschnittlich 12,7 Minuten blieb der Strom in fast gleichem Zeitraum im Bundesgebiet weg.

Wenn dieses seltene Ereignis einmal eintritt, dann sind wir meist überrascht, wie sehr wir doch vom Strom abhängig sind, welche Tätigkeiten nur mit Strom funktionieren: Fernsehen Fehlanzeige, Radio hören, bügeln und kochen ebenso, nachts sitzen wir im Dunkeln, erleuchtet durch Kerzenschein und wenn der Akku vom Mobilphone leer ist, dann erfahren wir nicht einmal, ob es der Freundin genauso ergeht.

Stadtverwaltung schreibt den Alarmplan weiter fort

Stromausfälle können viele Ursachen haben: menschliches Versagen, Unfälle, Natur- und Wetterereignisse, Sabotagen, Anschläge im digitalen Netz. Der Alarmplan der Stadt Wendlingen besteht bislang aus einer allgemeinen Notfallplanung, einem speziellen Alarmplan bei Hochwasser und einem Notfallunterbringungsplan. Durch die heftigen Unwetter mit Starkregen in letzter Zeit und Angriffe im Netz allgemein will die Stadtverwaltung ihren Alarmplan nun um den Teil Notfallplan „Stromausfall“ ergänzen.

„Was ist notwendig für diese kritische Infrastruktur“, gab Bürgermeister Steffen Weigel das Wort an Kim Gerlach, Kommunalberater bei der EnBW weiter. Dieser informierte den Gemeinderat über das weitere Vorgehen, in der erstmals tagenden Sitzung des Energiebeirats am Dienstag. Bei dem zu entwickelnden Krisenmanagement geht es in erster Linie um ein technisches Versorgungskonzept für kommunale Gebäude bei Stromausfall, nicht um Privatgebäude. Während in der Regel der Strom nach wenigen Minuten wieder fließt und keine größeren Umstände mit sich bringt, überlasten längere Stromausfälle Telefonleitungen, Handynetze oder lösen ein Verkehrschaos aus wie im Februar in Berlin, als 20 000 Menschen ohne Strom waren und auf den Straßen das blanke Chaos herrschte, weil die Ampelanlagen ausgefallen waren. „Solchen Problemen müssen sich die Kommunen stellen“, sprach Kim Gerlach den Gemeinderäten ins Gewissen.

Welche Konsequenzen ein Stromausfall je nach Dauer haben kann, verdeutlichte Gerlach anhand von vier zeitlichen Szenarien: bis zu zwei Stunden fallen Teile der Wasserversorgung wie Druckerhöhungsanlagen aus, treten Störungen von Brandmeldeanlagen auf oder müssen Menschen in stehengebliebenen Aufzügen gerettet werden. Bei einem Ausfall bis zu acht Stunden steht das Mobilfunknetz vor dem Zusammenbruch, Trink- und Löschwasser gehen zur Neige, die Abwasserreinigung fällt aus. Während der Digitalfunk bereits ausgefallen ist, muss bei einem Stromausfall von bis zu drei Tagen nun auch mit dem Ausfall des analogen Funks gerechnet werden. Wegen der fehlenden Wasser- und Nahrungsversorgung gibt es nun auch erste Probleme bei der Massentierhaltung. Und immer weniger Menschen werden das Auto nutzen können, wegen des fehlenden Nachschubs von Kraftstoff.

Szenario 4: schon bei mehr als drei Tagen ohne Strom gibt es Versorgungsengpässe bei Gütern des täglichen Bedarfs und gesellschaftliche Strukturen beginnen sich aufzulösen.

Deshalb sind nach Meinung des Kommunalberaters die ersten drei Tage sehr wichtig für den weiteren Verlauf. „Denn die Folgen von weiteren Tagen ohne Strom sind kaum mehr abzuschätzen“, führte Gerlach vor Augen. Das Ziel müsse deshalb sein, die Handlungsfähigkeit der Kommune aufrechtzuhalten. So muss im Vorfeld geklärt werden: Wo ist der Krisenstab einzurichten, das Zusammenspiel von Rathaus, Feuerwehr, Bauhof und so weiter muss organisiert werden. Gerechnet wird mit mindestens fünf Prozent der Bürger, die in Notunterkünfte untergebracht werden müssen. Dafür müssen Gebäude vorbehalten werden. Wie wird die Medikamentenversorgung geregelt? Ist es realistisch Vorräte anzulegen? Wo müssen Notstromaggregate vorgehalten werden?

In den nächsten Tagen sollen bei einer Projektauftaktbesprechungen mit der RBS Wave, ein Unternehmen der EnBW, zunächst einmal die kritischen technischen Anlagen und Gebäude benannt und durch eine Vor-Ort-Begehung in Augenschein genommen werden. Darauf soll mit der Kommune zusammen das weitere Versorgungskonzept erstellt werden. Voraussichtlich spätestens nach den Sommerferien wird der Bericht dem Gemeinderat vorgelegt, der darüber abstimmen wird.

Je nach Szenario, ob die Kommune für sich allein betroffen oder ob der Stromausfall flächendeckend ist, und mehrere Tage bis Wochen andauert, sind unterschiedliche Vorkehrungen zu treffen und weitere Katastrophenpläne wie der des Landkreises beziehungsweise des Landes treten in Kraft. „Dann sprechen wir von ganz anderen Dimensionen“, sagte Bürgermeister Weigel.

Wird das Gruppenklärwerk in Wendlingen in diesen Plan miteinbezogen, wollte FWV-Chef Werner Kinkelin wissen. Dies werde man mit hinein nehmen, aber dort müssen eigene Vorkehrungen mit allen Verbandskommunen getroffen werden, gab Bürgermeister Weigel zu verstehen.

Foto: Pixabay und DRK