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Schwerer Gefahrgutunfall mit 4 Schwerverletzten in Neckartenzlingen

Foto: Roland Rath

Keine Sorge, den Verletzten geht es gut – alles war nur eine Übung

Foto: Roland Rath

(11.07.2017/Roland Rath) Viele Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und des Deutschen Roten Kreuzes wurden amDienstag, den 11.07.2017 gegen 19:15 Uhr in Neckartenzlingen gesichtet. Was mag da wohl geschehen sein. Alle fuhren ohne Martinshorn und Blaulicht auf das Betriebsgelände einer Firma in Neckartenzlingen und verließen dieses erst wieder gegen 21:45 Uhr. Das Geheimnis kann an dieser Stelle schnell gelüftet werde. Alle 95 Einsatzkräfte nahmen an einer gut durchgeplanten Gefahrgutübung, für welche ein großer Betrieb sein Gelände dankenswerter Weise zur Verfügung stelle, teil.

Gegen 18:30 Uhr war die Spannung auf dem Firmengelände in Neckartenzlingen bei den Übungsverantwortlichen von der Freiwilligen Feuerwehr Neckartenzlingen: Gerd Lohman, Kommandant und Peter Reif, Vizekommandant, während des Aufbaues der Unglücksstelle deutlich zu spüren. Angenommen wurde, dass die Verladung eines Intermediate Bulk Container (IBC), gefüllt mit der Chemikalie Salzsäure, auf die Ladefläche eines LKW misslang und beim „Absturz“ nicht nur selbst beschädigt wurde, sondern auch noch ein Fass mit einer Ammoniaklösung beschädigte. Hierbei wurden 4 Personen schwer verletzt. Wer beim Chemieunterricht aufgepasst hat, der weiß, dass beide Stoffe schon alleine der Gesundheit nicht dienlich sind und dass beim „Vermischen“ dieser Stoffe in der Regel Ammoniumchlorid, welches nicht eingeatmet werden darf, entsteht. Ob wohl alles so funktioniert hat, wie geplant?

Soviel kann verraten werden, es hat funktioniert. Die Verletzten wurden sach- und fachgerecht durch die Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehr geborgen und der Not- und Personendekontamination, welche durch die freiwillige Feuerwehr auch aufgebaut wurde, zugeführt. Im Anschluss wurden sie an der extra eingerichteten Patientenübergabestelle an die Einsatzkräfte von der Bereitschaft Neckartenzlingen vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/Teck, zur weiteren sanitätsdienstlichen Betreuung, welche am extra hierfür eingerichteten Verbandsplatz durchgeführt wurde, übergeben. An diesem Punkt endete dann die Übung.

An der Übung haben teilgenommen:

  • die freiwillige Feuerwehr Neckartenzlingen,
  • der Gefahrgutzug der freiwilligen Feuerwehr Nürtingen, 
  • der Messzug der freiwilligen Feuerwehr Ostfildern und 
  • die Bereitschaft Neckartenzlingen vom Deutschen Roten Kreuz, Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/Teck e.V.

Das Übungsziel war:

  • Erprobung der Zusammenarbeit der freiwillige Feuerwehr Neckartenzlingen und der Sonderkräfte auf Landkreisebene sowie des Roten Kreuzes.
  • Erprobung der Zusammenarbeit zwischen Gefahrgutzug und des Messzuges.
  • Überprüfung der Einsatzabschnittsstuktur des Gesamteinsatzes.
  • Not- und Personendekontamination und
  • gemeinsame Atemschutzüberwachung

Nach 75 Minuten hatten es die allesamt ehrenamtlichen Einsatzkräfte geschafft und nach ca. weiteren 45 Minuten wurden alle Übungsteilnehmer noch zu einem Vesper in die Kantine der gastgebenden Firma eingeladen. Die abschließende Frage, was bei dieser Übung wohl das schwierigste für die „Neckartenzlinger Rotkreuzler“ war, beantwortete deren Einsatzverantwortlicher, Philipp König spontan wie folgt: „Das Warten und nicht vor der Personendekontamination den verletzten Personen helfen zu können.“

weitere Impressionen der Übung:

Fotos: Roland Rath

Fotos: Roland Rath