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Helfer vor Ort – First Responder

20 Jahre Helfer vor Ort im DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/T. e.V. – Ein System hat sich etabliert

„Helfer vor Ort“ sind heute wie selbstverständlich da, wenn Menschen, die durch eine Erkrankung oder ein Unfallereignis akut lebensbedroht sind, schnellst möglichst fach- und sachkundige Hilfe benötigen. Die ehrenamtlich tätigen „Helfer vor Ort“ vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) überbrücken rund um die Uhr das versorgungsfreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Im DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/T. e.V. gibt es die Helfer vor Ort bereits 20 Jahre. 

Die Terminologie des mittlerweile in der Notfallmedizin fest verankerten Systems der „Ersthilfe“ ist völlig uneinheitlich. So finden neben dem etablierten Begriff „Helfer vor Ort (HvO)“ ebenso die Bezeichnung „Sanitäter vor Ort (SanvO)“, oder in Bayern „Ersthelfergruppe“, in Hessen „Voraus-Helfer“ und in Nordrhein-Westfahlen „Nothelfer“ Verwendung.

Alle Bezeichnungen haben jedoch eine entscheidende Gemeinsamkeit. Sie stellen eine Ergänzung der notfallmedizinischen Versorgungsstrukturen dar und stärken damit die Rettungskette zum Wohle der akut erkrankten sowie der verletzten Patienten. 

Foto: Roland Rath

Bereits seit März 1998 kann der Notfallpatient im Einzugsgebiet des DRK-Kreisverbandes Nürtingen-Kirchheim/Teck e.V. jederzeit darauf vertrauen, dass mindestens ein in erweiterter Erster-Hilfe ausgebildeter Sanitäter in kürzester Zeit, in der Regel noch vor dem Eintreffen des regulären Rettungsdienste, mit den entsprechenden notwendigen stabilisierenden Maßnahmen beginnen wird. In der täglichen präklinischen Routine hat sich gezeigt, dass die Mehrzahl der aktiven HvO sogar eine weitergehende Ausbildung zum Rettungssanitäter, Rettungsassistenten oder Notfallsanitäter mitbringen. Auch die Einbindung von ehrenamtlich tätigen Ärzten und Fachpflegekräften der Notaufnahmen und Intensivstationen in dieses etablierte System ist in der heutigen Zeit keine Ausnahme mehr.

Die „Helfer vor Ort“ verkürzen das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Regelrettungsdienstes und tragen so dazu bei, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit des betroffenen Patienten signifikant steigt. Je rascher die medizinische Behandlung beginnen kann, umso günstiger wirkt sich dies auf den Behandlungsverlauf und damit auch auf die möglicherweise notwendige klinische Behandlungszeit aus.

Besonders wichtig ist ein schnelles Handeln bei akutem  Kreislaufstillstand. Hier sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit des Betroffenen pro Minute um zehn Prozent wenn nicht eine adäquate Behandlung durch eine sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung, im Falle eines Herzkammerflimmerns auch mit dem Einsatz eines Defibrillators, eingeleitet wird. 

Das Baden-Württembergische Rettungsdienstgesetz sieht vor, dass adäquate Hilfe möglichst nach zehn Minuten, höchstens aber nach 15 Minuten vor Ort sein muss. Dies gilt für Notarzt und Rettungswagen gleichermaßen. Trotz dieser Vorgaben musste im Jahre 2016 jeder vierte Notfall-Patient in Baden-Württemberg länger als zehn Minuten auf den Rettungsdienst warten. Erfreulich ist, dass in 33 Rettungsdienstbereichen bei über 90 Prozent der Einsätze der Zeitrahmen von 15 Minuten bis zum Eintreffen eines RTW eingehalten wurde. 

Für Patienten mit akutem Kreislaufstillstand ist ein Eintreffen des Rettungsdienstes nach 15 Minuten oft aber schon zu spät. Der Betroffene wird nach dieser Zeitspanne mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht oder nur mit sehr starken neurologischen Defiziten überleben.

Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, dass mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen bereits in den ersten Minuten nach dem Ereignis begonnen werden muss, damit  eine gute Überlebenschance ohne Folgeschäden besteht. 

Sofortmaßnahmen kann jeder erlernen und sollte dies auch tun. Die ehrenamtlich aktiven „Helfer vor Ort“ haben aufgrund ihrer individuellen Ausbildung darüber hinaus noch weitere Möglichkeiten, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken und mit lebenserhaltenden Maßnahmen zu beginnen.

Im gesamten Rettungsdienstbereich Esslingen-Nürtingen sind ehrenamtliche Helfer vor Ort in den Gemeinden aktiv. Gemeinsam mit dem Rettungsdienst werden diese professionellen Ersthelfer über einen Funkmeldeempfänger alarmiert und treffen in der Regel bereits nach wenigen Minuten beim betroffenen Patienten ein. Die erste Aufgabe der HvO besteht darin, die aktuelle Lage zu erkunden, notwendige Erstmaßnahmen einzuleiten, den Patienten vital zu stabilisieren und wenn möglich, eine erste Einschätzung an den Rettungsdienst weiterzugeben. Nach Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes erfolgt die Patientenübergabe an das Rettungsdienstpersonal. Die weitere Unterstützung des Rettungsdienstes durch den HvO hängt von der individuellen Situation ab. Jeder Einsatz wird medizinisch dokumentiert und als Ergänzung des Rettungsdienstprotokolls den Behandlungsunterlagen des Patienten beigefügt. Das System „Helfer vor Ort“ ist heute ein nicht mehr wegzudenkendes Bindeglied einer multiprofessionellen präklinischen Patientenversorgung.

Foto: Markus Brändli

„Helfer vor Ort“- Ein Leuchtturmprojekt des DRK-Kreisverbandes Nürtingen-Kirchheim/T. e.V.

In Deutschland wurden die ersten Pilotversuche Mitte der 1980er Jahre durchgeführt, nachdem das System in den dünn besiedelten Gegenden der USA durch organisierte Kräfte der Feuerwehr sowie der Polizei bereits erste Erfolge nachweisen konnte. 

Die damalige Kreisbereitschaftsleitung des DRK-Kreisverbandes Nürtingen-Kirchheim/T. e.V. mit Kreisbereitschaftsleiter Rolf Dubb, stellv. Kreisbereitschaftsleiter Georg Preu und Rot-Kreuz-Beauftragten Jürgen Briki erkannte schon sehr früh das Potential und die daraus entstehenden Möglichkeiten eines solchen flächendeckendes „Helfer vor Ort –Systems“. 

Roland Rath, bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand hauptamtlicher Verantwortlicher für die ehrenamtliche Bereitschaftsarbeit der DRK-Kreisgeschäftsstelle Nürtingen, unterstützte von Beginn an die in Deutschland noch „neue Form der Ersthelfer“.  Nach 9 monatiger Planung konnte dann am 01.03.1998 die Idee durch ehrenamtliche  Einsatzkräfte der örtlichen Bereitschaften: Frickenhausen, Großbettlingen, Kirchheim, Lenninger Tal, Neckartenzlingen, Neuffen, Nürtingen, Weilheim und Wendlingen in die Tat umgesetzt werden.  

Für die Verantwortlichen war von Anfang an klar, dass durch den zusätzlichen Einsatz von Frühdefibrillatoren die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Reanimation nochmals deutlich verbessert werden  kann. Nach einer zweiten, großen Kraftanstrengung war es  dann am 01.08.2001 soweit. Die erforderlichen AED-Geräte wurden beschafft. Seit dem 01.08.2001 werden die Geräte flächendeckendend  im Versorgungsgebiet des DRK- Kreisverbandes Nürtingen-Kirchheim/T. e.V. eingesetzt. Bemerkenswert dabei ist, dass dies in einer Zeit  geschah, in der noch von  Ärzten in Fachzeitschriften vor der Anwendung des Verfahrens durch „Laien“ gewarnt wurde. 

Dem vorausschauenden Denken und der daraus resultierenden Überzeugungsarbeit sowie Beharrlichkeit der damaligen Kreisbereitschaftsleitung des DRK-Kreisverbandes Nürtingen-Kirchheim/T. e.V. ist es zu verdanken, dass bis heute im Kreisverbandsgebiet über 13.000 Patienten eine rasche und adäquate notfallmedizinische Erstversorgung erhalten haben. Von den DRK Ersthelfer wurden hierfür über 16 000 Einsatzstunden ehrenamtlich und in deren wertvoller Freizeit geleistet. 

Rückblickend kann unser Kreisverband mit Recht und auch mit einem gewissen Stolz auf diese Weichenstellung zurückblicken. Die in den örtlichen Gemeinden versorgten Patienten und Angehörigen zeigen dies deutlich. Für die Väter des „Helfer vor Ort“ Systems im DRK Kreisverband Nürtingen-Kirchheim/T. e.V. ist es weiterhin eine Selbstverständlichkeit, ihre Fachkompetenz bis zum heutigen Tage den betroffenen Patienten zur Verfügung zu stellen, ebenso wie eine Vielzahl von engagierten „HvO- Kameradinnen und Kameraden“ in den Gemeinden unseres Kreisverbandes.

Foto: Markus Brändli

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Foto: Roland Rath
Foto: Roland Rath
Foto: Roland Rath
Foto: Roland Rath